Impressum ist nicht imprint

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In Deutschland vorgeschrieben, ist das Impressum für Internetseiten nichts anderes als die Anbieterkennzeichnung. In der englischsprachigen Welt gibt es das Impressum für Internetseiten, wie wir es hier kennen, nicht. Was aber tun, wenn man eine deutsche Website ins Englische übersetzt?

Immer wieder wird das Impressum auf Internetseiten mit „imprint“ übersetzt. Das ist falsch und führt bei Muttersprachlern, für die die übersetzten Seiten ja bestimmt sind, nur zu Verwirrung und Stirnrunzeln. Denn „imprint“ ist im Verlagswesen eine Wortmarke, die im Buchhandel wie ein Verlag gehandhabt wird.

Wenn es also unbedingt übersetzt werden soll und man sich nicht blamieren möchte, muss der Übersetzer ein wenig in die Kreativ-Kiste greifen: es gilt, ein Wort (oder mehrere Wörter) für etwas zu finden, das es so im Englischen nicht gibt. Hier ein paar Anregungen:

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Im Gegensatz zu einigen, viel genutzten Online-Wörterbüchern, die gerne „imprint“ als Übersetzung vorschlagen (irgendwoher muss es ja kommen…), geht PONS mit gutem Beispiel voran.

8 Antworten

  1. Iwo Randoja
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    Super Info. Vielen Dank für den Tipp. Merkwürdig, dass es quasi zu 100% falsch gemacht wird. Da frage ich mich doch, wie gut die jeweiligen Übersetzer sind?

  2. textlation
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    Das ist eine Frage, die man sich allerdings stellen muss…
    Und genau dieses Beispiel zeigt, dass ein Übersetzer eben nicht wortwörtlich übersetzen bzw. den erstbesten Übersetzungsvorschlag aus irgendwelchen Online-Wörterbüchern nehmen darf!
    Mir ist bis jetzt keine einzige original englische Website untergekommen, die diesen Begriff verwendet. Wenn man nach imprint im Zusammenhang mit Internetseiten sucht, findet man ausschließlich aus dem Deutschen ins Englische übersetzte Seiten. Fall von schlechter Recherche.

  3. […] noch einmal: das deutsche “Impressum” ist im Englischen nicht “imprint” […]

  4. internetgestalten
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    Läßt sich das „wissenschaftlich“ erhärten? Die meisten Kunden glauben mir nämlich nicht und wollen unbedingt ein „imprint“. Selbst die Telekom hat ja eins!

  5. textlation
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    Oha. Da kann man nur sagen, dass die Telekom sehr schlecht beraten wurde…

    Dabei gibt es mittlerweile sogar einen englischen (!) Wikipedia-Eintrag hierzu: http://en.wikipedia.org/wiki/Impressum
    Und einige Beiträge von geschätzten, muttersprachlichen Kollegen:
    http://www.translationtribulations.com/2008/12/impressum.html
    http://transblawg.eu/index.php?/archives/591-Impressum-in-English-revisited.html
    http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2009/10/please-stop-using-word-imprint-for.html
    Hoffe, dies alles hilft bei der Überzeugungsarbeit! :-)

  6. Wirklich interessant! Bei meiner Arbeit stand ich bisher noch nicht vor dem Problem. Allerdings bin ich dieser falschen Übersetzung schon oft begegnet…. leider auch auf übersetzten Websites von Kollegen :S

  7. Britta
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    Hm, wenn man sich allerdings den englischen Eintrag zu „imprint“ (nicht „Impressum“!) anschaut, relativiert sich die Sache ein wenig…

    http://en.wikipedia.org/wiki/Imprint

  8. textlation
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    Danke für den Kommentar!
    Aber was relativiert sich genau?
    Da steht doch genau das drin: „imprint“ ist im Verlagswesen eine Wortmarke, die im Buchhandel wie ein Verlag gehandhabt wird.
    Viele Grüße
    Julia James

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