Das Monster hat ein Gesicht

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Es ist kein schöner Anlass, der mich antreibt, diesen ersten Eintrag nach langer, langer Zeit zu schreiben. Leider. Aber ich muss es mir irgendwie von der Seele schreiben und vielleicht kann ich ja sogar ein wenig zur Aufklärung beitragen.

Aber von vorn. Es geht um das EHEC-Monster. Dieses abstrakte Etwas, von dem man in den letzten Tagen ständig liest und hört. Von dem keiner weiß, woher es kommt. Von dem keiner so richtig weiß, wie es zu bezwingen ist.

Und wer erwischt sich nicht bei dem Gedanken (der Hoffnung?) „Ach, davon bleibe ich doch eh verschont.“ ?

Doch das für mich so fern geglaubte (gehoffte?) Monster hat ein garstiges Gesicht bekommen: eine liebe Freundin von uns, die im Krankenhaus gegen EHEC bzw. HUS um ihr Leben kämpft. Ein absoluter Schock für uns, als wir gestern davon erfuhren. Wir müssen ständig an sie und ihren sehr tapferen aber verzweifelten Mann denken.

Auch in ihrem Fall weiß keiner, wo sich sich angesteckt hat. In dem fraglichen Zeitraum hat sie nichts von dem gegessen, wovor die Medien derzeit eindringlich warnen (rohe Gurken, Salat und Tomaten). Und das ist für mich auch der beunruhigendste Aspekt an der ganzen Ausbruchsgeschichte, dass sie die Infektionsquelle nicht eindeutig identifizieren können.

Die Übertragung über das Essen ist allerdings nur ein Weg, wie wir uns mit den EHEC-Bakterien anstecken können. Diese hochpathogenen Biester (ähnlich wie bei Noroviren reicht schon eine geringe Anzahl an Keimen aus, um eine Infektion auszulösen) können über mehrere Wege in uns gelangen. Mehr dazu, könnt Ihr zum Beispiel hier nachlesen. Dort findet ihr auch weitere Informationen über EHEC selbst, was bei der Zubereitung von Speisen zu beachten ist und welche Desinfektionsmaßnahmen sinnvoll sind.

Normalerweise bin ich überhaupt kein Fan davon, irgendwelche Desinfektionsmittel zuhause oder wenn ich so normal unterwegs bin, zu benutzen. Zurzeit ist es allerdings ein wenig anders. Ich gehe sogar über die in den Medien oder auch unter dem o.g. Link empfohlenen Maßnahmen hinaus.

In den Medien wird immer gesagt, dass man sich häufig die Hände waschen soll. Nun stehen aber Wasser und Seife nicht immer zur Verfügung. Abgesehen davon ist die bakterizide Wirkung (Wirkung gegen Bakterien) des Händewaschens doch sehr eingeschränkt und häufiges Händewaschen schädigt die Haut.

Die unter dem o.g. Link empfohlenen Desinfektionsmaßnahmen beziehen sich vor allem auf die Situationen im Umgang mit infizierten Personen. Doch wenn man z.B. mit Bus oder Bahn unterwegs ist, weiß man nicht, ob der-/diejenige, der/die den Haltegriff vor uns angefasst hat, nicht auch evtl. die Bakterien im Darm hat und sich die Hände nach der letzten Toilettenbenutzung gewaschen hat… Wie schnell sind die Keime z.B. dann bei einer unbedachten Berührung des Mundes in uns gelangt. Oder wir geben sie gar beim nächsten Händeschütteln weiter.

Was ich mache? Ich habe zur Zeit ein kleines Fläschchen mit alkoholischem Hände-Desinfektionsmittel dabei (gibt es z.B. in der Apotheke oder Drogeriemarkt – beim Kauf auf eine bakterizide Wirkung achten!) und desinfiziere mir die Hände. Das natürlich auch nicht ständig, aber immer dann, wenn ich etwas angefasst habe, was auch viele andere anfassen (z.B. nach dem Einkaufen) bzw. wenn ich ins Büro oder nach Hause komme. Und ansonsten esse ich im Moment im Restaurant kein rohes Gemüse.

Unter diesem Link findet ihr noch mehr Infos über EHEC, HUS und deren Folgen sowie ein Viedeo mit einer kurzen Anleitung, wie man sich die Hände richtig desinfiziert.

Ich will sicherlich keine Panik schüren. Das ist unangebracht. Nur allzu leichtfertig sollte man das Thema auch nicht nehmen. Dafür ist es doch zu nah, der Feind zu unsichtbar und die möglichen Folgen zu ernst.

 

Karin und Mathias, der Kerl und ich, wir sind in unseren Gedanken ganz fest bei Euch und senden Euch die Kraft, die Ihr braucht. Wenn alles gut überstanden ist, wird ordentlich gefeiert!!
Und alle anderen da draußen: passt auf Euch auf!

 

P.S.: Um etwaigen Fragen vorzubeugen: Nein, ich bin nicht von der Firma, zu deren Seite ich verlinkt habe, aufgefordert worden, diesen Beitrag zu schreiben. Ja, es handelt sich bei der Firma um einen Kunden von mir. Das ist insofern praktisch, dass ich euch ohne umfangreiche Recherche Infos zu dem Thema zur Verfügung stellen konnte. Mehr nicht.

3 Antworten

  1. Francisco
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    Das ist ja schrecklich. Du bist nun schon die Zweite im weiteren (virtuellen) Bekanntenkreis, die jemanden kennt, die direkt betroffen ist… Schlimm.

    Ich werde mir deine Links zu Gemüte führen.

    Und deinen Freunden schicke ich meine besten Wünsche und Hoffnungen.
    F.

  2. textlation
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    Lieber Francisco,
    vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Wünsche!

    Im Schulkollegium meines Lebensgefährten sind so einige, die – zwar auch manchmal über mehrere Ecken – Bekannte/Freunde mit EHEC im Krankenhaus haben.
    Ist das bei Deiner lieben AH auch so?

    Viele Grüße
    JJ

  3. Francisco
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    Liebe Julia,
    nein, so nah dran ist der andere Fall – zum Glück nicht. Es handelt sich um eine Kollegin einer Twitterbekanntschaft aus dem Bremer Raum – leider ist das gar nicht gut ausgegangen.

    An der Schule der AH habe ich noch nichts davon gehört – aber es gibt momentan einige Krankmeldungen. In Schulen verbreitet sich ja leider alles immer sehr schnell. Ich erinnere mich mit Grausen an die Schweinegrippe….

    All the best,
    F

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